Zum morgigen Tag der Menschenrechte erklärt Frank Tempel, Innenpolitiker sowie Drogen- und Suchtexperte der Bundestagsfraktion DIE LINKE:
„Auch in Haft sitzende Menschen besitzen das Menschenrecht auf Gesundheitsschutz. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum bis heute kein flächendeckendes Angebot für Spritzbesteck in Haft existiert, als Schutz vor HIV und Hepatitis. Knapp 68.000 Menschen sind in Deutschland inhaftiert, davon konsumieren rund ein Drittel harte Drogen. Ein Spritzautomat kostet rund 5.000 Euro, die Behandlung eines Hepatitis-C-Kranken kostet rund 70.000 Euro im Jahr. Sterile Spritzen gibt es bisher trotzdem nur in einem von 185 Gefängnissen. Jeder fünfte Insasse nutzt deshalb gemeinsam mit anderen Häftlingen Spritzen, wobei es sich häufig um Eigenanfertigungen handelt (bspw. Kugelschreiber).“
Tempel weiter:
„Ich möchte deshalb auf die Initiative der Deutschen Aidshilfe, unterstützt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit und von akzept e. V., „Saubere Spritzen für Gefangene“ hinweisen. Auf der Internetpräsenz der Initiative finden sich weitere nützliche Informationen zur Thematik: www.drogenundmenschenrechte.de.“