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4. März 2014

Frank Tempel zu Besuch bei der Thüringer Fachstelle für Suchtprävention

v.l.n.r.: Claudia Kirschner, Charlotte Stamm, Jost Leune, Marina Knobloch, Frank Tempel

Am Dienstag, den 25.02.2014, hat sich der drogenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE. die Zeit genommen, um der noch frischen Thüringer Fachstelle für Suchtprävention einen Besuch abzustatten. Dabei ging es ihm vor allem darum, mehr über die Arbeit der vor einem Jahr gegründeten Fachstelle zu erfahren.

Neben der Leiterin der Fachstelle, Marina Knobloch, nahmen auch der Geschäftsführer des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e. V. Jost Leune sowie die Leiterin der Fachstelle GlücksSpielSucht Claudia Kirschner und Charlotte Stamm - Wissenschaftliche Mitarbeiterin Fachbereich Suchtmittel und Risikokonsum, Kinder aus suchtbelasteten Familien - an dem Treffen teil.

Die Fachstelle hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fachkräfte sowie die bestehenden Angebote der Suchtprävention in Thüringen zu vernetzen, den Austausch untereinander zu fördern und konkrete Weiterbildungsangebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen anzubieten. Frau Stamm betonte in diesem Zusammenhang, dass es wichtig sei das Netzwerk vor Ort zu stärken.

Alkohol ist Droge Nr. 1

Im gemeinsamen Austausch wurde schnell klar, dass der Alkohol auch weiterhin die Droge Nr. 1 darstellt. Eigens dafür wurde die Kampagne „Kein Alkohol beim Sport!“ gestartet.

Frau Knobloch wies aber auch darauf hin, dass durch die Suchthilfeeinrichtungen in Thüringen eine erhöhte Anzahl an Klientinnen und Klienten mit Konsumhintergrund Stimulanzien (bspw. Amphetamin, MDMA, Methamphetamin) gemeldet werden.  Dabei ist wichtig zu betonen, dass es in der Präventionsarbeit vorrangig darum geht die Frage zu beantworten warum eine Droge konsumiert wird und nicht um welche Droge es sich dabei handelt. Ziel ist es die Lebenskompetenzen des Einzelnen zu stärken. Jost Leune merkte dazu an, dass es ein Gleichgewicht zwischen Gesundheitsschutz und Schutz der Konsumentin / des Konsumenten geben muss. Das bisherige Strafrecht ist dafür hinderlich - durch das Verbot ändert sich nichts an der Attraktivität illegaler Drogen. Auch im Wahlkreis von Frank Tempel spielt das Thema Crystal-Meth eine immer größer werdende Rolle. Gerade deshalb müssen zunächst die ersten Forschungsergebnisse zum Crystalkonsum in Deutschland abgewartet und dann ausgewertet werden. Übereilte Schlussfolgerungen sollten bis dahin dazu nicht abgegeben werden, so Tempel.

Klamme Kommunalfinanzen spiegeln sich auch in der Präventionsarbeit wieder

Um vor Ort die Lebenskompetenzen des Einzelnen zu unterstützen und Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu fördern ist es wichtig, dass die Kommunen die finanziellen Möglichkeiten dazu haben. Frank Tempel hat in den letzten Jahren mehrfach auf die fehlende Ausfinanzierung der Kommunen hingewiesen. Die langfristigen Folgen der Unterfinanzierung machen sich daher leider auch im Bereich der Suchtpräventionsarbeit bemerkbar.

Würden die Gelder, welche im Moment für die Kriminalisierung und Repression der betroffenen Konsumentinnen und Konsumenten ausgegeben werden, in sinnvolle Präventionsarbeit investiert werden, wäre schon viel gewonnen, so Frank Tempel.

Automatenspielsucht ist unter Glücksspiel das Hauptproblem und ist jung und männlich

Erst vor kurzem hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine aktuelle Studie zum Thema Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht vorgestellt. Diese ist u.a. zu dem Ergebnis gekommen, dass beim Spielen an Geldspielautomaten ein stetiger Anstieg zu verzeichnen ist.

Weitere Daten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zeigen auf, das 74,7% der Spielsüchtigen, die im Suchthilfesystem behandelt werden, auf das Automatenspiel zurückzuführen sind. Diese Größenordnung konnte uns Frau Kirschner bestätigen. In Thüringen existiert zusätzlich eine ausführliche und differenzierte Ausweisung der Glücksspieler bis 27 Jahre. Hauptproblemgruppe der Automatenspieler ist jung und männlich. Dabei ist das Automatenspiel schon lange kein Unterhaltungsspiel, wo es immer noch rechtlich verordnet ist, sondern eindeutig ein Glücksspiel. Den Vorschlag der Automatenhersteller eine personenungebundene Spielerkarte als Schutz für potentiell und konkret abhängige Spielerinnen und Spieler einzuführen, hält sie für unbrauchbar.

Um die Gefahren der Spielsucht zu verhindern, setzte sich die Linke dafür ein, dass das Automatenspiel weniger suchtauslösende Eigenschaften besitzt und in Spielotheken der Spieler- und Jugendschutz konsequenter durchgesetzt wird. In gastronomischen Einrichtungen plädiert die LINKE für ein Automatenverbot.

Frank Tempel bedankte sich am Ende sehr herzlich dafür, dass man sich bei der Fachstelle für ihn ausreichend Zeit genommen hat und versprach weiterhin den Kontakt zur Fachstelle bei konkreten Fragen und Anregungen zu suchen.

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