15. Mai 2017

Protest gegen unzureichendes Cannabisgesetz: Arzt im Hungerstreik

„Der Hungerstreik von Franjo Grotenhermen zeigt auf drastische Weise, dass die Politik ihre Hausaufgaben noch immer nicht erfüllt hat. Das Gesetz zu Cannabismedizin ist zu unpräzise.  Viele Krankenkassen suchen nach jedem kleinen Formfehler und lehnen dann die Anträge auf Kostenerstattung ab. Selbst Patienten sind davon betroffen, die bereits austherapiert sind und über eine staatliche Besitzerlaubnis für Cannabis verfügen. Sie trifft es besonders hart: Entgegen der Versprechungen der Bundesregierung haben sich die Preise für Cannabisblüten verdoppelt. Ohne Kostenerstattung bedeutet das neue Cannabisgesetz für sie sogar eine Verschlechterung. Darin liegt der eigentliche Skandal“, kommentiert Frank Tempel die Erklärung von Dr. Franjo Grotenhermen, der am Freitag als ein führender Arzt auf dem Gebiet der Cannabismedizin in den Hungerstreik getreten ist.

Tempel weiter:

„Sinn und Zweck des Gesetzes ist es, die medizinische Versorgung über den Schwarzmarkt zu beenden und das Verhältnis zwischen Arzt und Patient zu stärken. Dieses Ziel erreichen wir mit der restriktiven Praxis der Krankenkassen aber nicht. Als Mindestmaßnahme muss die Bundesregierung jetzt dafür sorgen, dass alle 1000 Patienten, die bereits vor dem Gesetz über eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis verfügt haben, eine Garantie auf Kostenerstattung erhalten. Einige Patienten klagen bereits erfolgreich gegen die Krankenkassen. Im schlimmsten Fall steht uns eine unnötige Prozessflut für jede einzelne Diagnose ins Haus. Das muss im Interesse der Patienten und der Krankenkassen verhindert werden.“

 

Kontakt zu Dr. Franjo Grotenhermen können Sie per Mail aufnehmen: info@cannabis-med.org.

Eine Video-Erklärung zum Hungerstreik finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=BbNjDPBYKFA