Frank Tempel zu Besuch im Altenburger Friedrichgymnasium zum Thema Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

15.12.2011

Am vergangen Freitag (09.12.2011) war der Bundestagsabgeordnete Frank Tempel auf Einladung des Vereins Education4Kenia e.V. zu Gast im Friedrichgymnasium in Altenburg. Im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit besuchte er den Sozialkundekurs – gehobenes Niveau – der Klassenstufe 11. Gemeinsam mit Frau Schwarzbach und Patrick Irmer vom Verein wollte man mit den jungen Mensch über das Zusammenwirken von Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ins Gespräch kommen. Zu diesem Zweck übernahm ihre Lehrerin Barbara Grubitzsch die Gesprächsleitung.

Der Politiker Frank Tempel fungierte als Repräsentant der Demokratie. Er schilderte den Jugendlichen seinen Weg in die Politik. 1989 hatte er als junger Soldat die Gelegenheit am Brandenburger Tor in Berlin zu stehen. Damals glaubte er, diesem Tor nie wieder so nahe kommen zu können. Wenige Monate später fiel die Mauer, die das Brandenburger Tor unzugänglich machte. Möglich wurde dies durch die Bewegung der Bevölkerung, die in der damaligen DDR aufgestanden war, um für ihr Land Veränderungen einzufordern. Ausgehend von der Faszination dieser friedlichen Revolution in den Jahren 1989/90 ließ sich Frank Tempel leiten und versuchte seit dem auf den verschiedensten Ebenen aktiv das gesellschaftliche Leben mitzugestalten. Sein Wunsch, dies auch in der Bundespolitik ausüben zu können, ging 2009 in Erfüllung. „Dabei ist es von besonderer Bedeutung, immer wieder die eigene Motivation zu finden und die eigene Einstellung zu den verschiedensten Sachverhalten wie zum Beispiel  Arbeitslosigkeit, Hartz IV oder Ausländerkriminalität zu überprüfen, um der Toleranz im täglichen Leben eine Chance zu geben“, erzählte Frank Tempel den Schülerinnen und Schülern.

Ähnliche Erfahrungen konnte ein junger Student der sozialen Arbeit, Patrick Irmer, den Schülerinnen und Schülern schildern. Sein Bericht stand im Zeichen Weltoffenheit. Er hatte im Rahmen eines Praktikums zum Verein Education4Kenia e.V. gefunden. Seit dem ließ ihn das Anliegen, Kindern in Kenia eine Schulbildung zu ermöglichen, nicht wieder los. Er reiste sogar ein halbes Jahr auf eigene Kosten nach Kenia, um beim Aufbau der Schule „Altenburger Land“ zu helfen und selbst Kinder zu unterrichten. Dort machte er auch die Erfahrung, was es bedeutet, ein Ausländer mit einer anderen Hautfarbe zu sein. „Eigentlich wurde ich ganz nett empfangen“, berichtete Patrick den Schülern, „aber ich verstehe die Vorbehalte, die mir als Weißen entgegengebracht wurden.“ Die Vorstellungen der Menschen in Kenia sind geprägt durch die Erfahrungen der Kolonialisierung. Sie gehen davon aus, dass jeder Weiße reich sei. Und vermutlich stimmt dies aus ihrer Sicht sogar, denn was für deutsche Kinder selbstverständlich ist, wie Schulbildung und mehrere Mahlzeiten am Tag, dafür reichen die Mittel der Familien vom Verein betreuter Patenkinder nicht aus.

Viele Fragen beschäftigten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse, die sie den beiden unterschiedlichen Gesprächspartnern stellten. Aber sie hatten auch eigene Ideen und Vorstellungen zu diesem Thema. Wichtig war ihnen dabei, wie sie besonders in ihrem Umfeld Engagement und Toleranz erreichen können. Sowohl Frank Tempel als auch Patrick Irmer nutzten oft die Gelegenheit, Hilfestellungen aus ihren unterschiedlichen Perspektiven aufzuzeigen.

Ein gemeinsames Fazit nach eineinhalb Stunden Diskussion war, dass soziales Engagement zunächst einmal die Überwindung der Hürde Egoismus erfordert. Somit kann der Verdrossenheit und dem damit verbunden Rückzug aus der Gesellschaft in das Private entgegengewirkt werden. Toleranz und Weltoffenheit als Grundpfeiler der Demokratie haben nur so eine echte Chance.

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Weitere Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier.

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