Fachkräftemangel mit Familienfreundlichkeit und fairem Lohn begegnen

07.11.2011

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist dramatisch. In Thüringen und in Altenburg fehlt es nicht mehr an betrieblichen Ausbildungsplätzen, sondern an jungen Menschen, um die offenen Stellen zu besetzen.

Aus diesem Grund lud der DGB am 3.11.2011 zu einer Veranstaltung ein, um über die Ursachen des Fachkräftemangels zu diskutieren. Außerdem sollten Möglichkeiten besprochen werden, die den Zuzug von Fachkräften im Altenburger Land befördern können.

Nach dem Impulsreferat von Karina Gaedtke und Tortsten Hammer von der Agentur für Arbeit, bei der unter anderem die Engpässe bei Fachkräften im Ingenieurswesen und in den Gesundheitsberufen angesprochen wurden, diskutierten die Gäste Frank Tempel (MdB DIE LINKE), Wolfram Schlegel (Fachdienstleiter f. Wirtschaft- u. Tourismusförderung), Michael Wolf (Oberbürgermeister Stadt Altenburg), Christian Gumprecht (MdL,CDU), Madeleine Henfling (Landessprecherin Grüne Thüringen) und Sandro Witt (DGB Thüringen/Berufliche Bildung) die aufgeworfenen Fragen. Die Moderation übernahm Uwe Rossbach (Arbeit und Leben Thüringen e. V.).

Frank Tempel zeigte sich erfreut, dass das Problem des Fachkräftemangels endlich diskutiert wird. Für ihn sind die unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten in gleichen Branchen der entscheidende Grund für den fehlendes Zuzug von jungen Menschen. Sie sorgen sogar dafür, dass immer mehr junge Menschen die Region verlassen. „Die Probleme dürfen nicht tabuisiert werden, wenn das Geld hier nicht zu verdienen ist, dann gehen die Leute“, so Tempel.

Michael Wolf kritisierte die Kommunalpolitik, die vor Jahren Fehler in der Strukturpolitik des Altenburger Landes gemacht hat. Er appellierte daran, künftig stärker länderübergreifend zu denken und zu arbeiten. Die Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden. Als guten Vorsatz nimmt er mit, dass die Kommunalpolitik sich mehr nach den Bedürfnissen junger Leute richten muss.

Sandro Witt betonte die Wichtigkeit des Austausches zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik und bekräftigte darüber hinaus, dass der DGB sich künftig stärker an der Entwicklung von Strategien beteiligen wird, um den Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Madeleine Henfling betonte, dass trotz des Fachkräftemangels nicht vergessen werden darf, dass jungen Menschen sich vom Elternhaus abnabeln, um ihre eigenen Wege zu gehen und die Welt zu entdecken. Es wäre für junge Menschen in Zeiten der Globalisierung auch zum Nachteil, wenn sie die Region nicht für einige Zeit verlassen würden.

Deshalb betonte Frank Tempel abschließend die Wichtigkeit sogenannter „weicher Standortfaktoren“. Die Region muss noch interessanter für junge Familien werden, um so den Wegzug anderer junger Menschen auszugleichen. Dazu braucht die Kommune ein entsprechendes Angebot mit bezahlbaren Kitaplätzen und  arbeitnehmerfreundlichen Arbeitszeiten. Zur Familienfreundlichkeit gehört aber auch, dass es für die Arbeit auch einen fairen Lohn geben muss.

Weitere Bilder der Veranstaltung gibt es hier.

Zurück