Das war’s noch lange nicht
19.05.2010
Erfolgreicher Parteitag in Rostock beendet
Am letzten Wochenende fand in Rostock der 2. Bundesparteitag der Partei DIE LINKE statt. Im Vordergrund statt vor allem die Wahl des neuen Parteivorstandes. Ein harter Job für Gregor Gysi: Neben der Tatsache, dass er alle Vorschläge für die Partei- und Geschäftsführung vorstellte, übernahm er zudem die Laudatio für die scheidenden Funktionäre wie die Parteivorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine, den Bundesschatzmeister Karl Holluba sowie den Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.
Besonders die Verabschiedung von Lothar Bisky war für mich äußerst bewegend. Lothar war für uns alle einer der Persönlichkeiten, die sich nach der Wende für eine Erneuerung und Erhalt der PDS einsetzte und dafür sogar in den Hungerstreik ging. Sein Lebensweg ist gekennzeichnet durch schwierige und harte Zeiten. Diese hat er nie gescheut und damit die Partei dahin gebracht, wo sie heute steht. Dafür möchte ich ihm an dieser Stelle ganz ausdrücklich danken!
Aber auch den weiteren ArchitektInnen der neuen Partei möchte ich an dieser Stelle meinen Dank für ihre Tätigkeit aussprechen: Im Besonderen Oskar Lafontaine, der mit seinem mutigen Schritt, 2005 DIE LINKE mit zu begründen, einer der wichtigsten Eckpfeiler für unseren Erfolg darstellt. Als ehemaliger Vorsitzender der SPD, einer Partei mit einer langen und traditionsreichen Geschichte, war dieser Schritt kein einfacher – aber richtiger – gewesen.
Außerdem vergesse ich nicht die ebenso wichtige Mitarbeit beim Parteibildungsprozess von Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow; der eine als Bundesgeschäftsführer, der andere als Beauftragter für die Parteineubildung. Auch ohne Dietmar und Bodo wäre die Partei nicht da, wo sie jetzt ist, auf einem gefestigten Fundament, in 13 Landtagen sitzend. Ich möchte auch ihnen ausdrücklich an dieser Stelle danken!
Im Allgemeinen bin ich überzeugt davon, dass die Wahl der Mitglieder für den neuen Parteivorstand die aktuellen Verhältnisse innerhalb der Partei DIE LINKE angemessen wiederspiegelt. Es ist eine Mischung aus unterschiedlichen AkteurInnen, welche mit verschiedenen Biografien im Parteivorstand zueinander kommen. Es ist sicherlich eine von vielen Herausforderungen der neuen Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, sowie der neuen Bundesgeschäftsführung – bestehend aus Caren Lay und Werner Dreibus – die Unterschiedlichkeiten zusammen zu bringen und daraus eine gemeinsame Linie herauszukristallisieren. Der innere Pluralismus wird dabei eine zentrale Rolle spielen, trotz übersichtlicher Mehrheitsverhältnisse zu bestimmten Streitfragen.
Ich bin überzeugt, dass dieser Parteitag ein gelungener Start in die anstehende Programmdebatte war. Auch ich werde mich in diese einbringen und hoffe, dass wir eine pluralistische und faire Debatte über unser gemeinsames Programm führen werden.

